Das 19. Jahrhundert und die Entwicklung vom Handelsgewerbe

Der Aufstand von 1809 rückte eine neue Figur in den Mittelpunkt, nämlich Andreas Hofer (St. Leonhard in Passeier 1767 – Mantua 1810), der in Mezzocorona und Mezzolombardo sein Hauptquartier aufschlug.

Im Jahr 1815 ging dieser Herrschaftsbereich des Fürstentums von Trient an die Donaumonarchie über, die diese Domäne bis 1919 beibehielt.

Die Umleitung des Wildbachs Noce fand Mitte des Jahrhunderts statt - zwischen 1849 und  1852 -, ebenso die Begradigung der Etsch. Diese beiden Ereignisse veränderten radikal das Landschaftsbild der Piana Rotaliana.

Der ständig zunehmende Handel entpuppte sich als Antrieb der wirtschaftlichen Entwicklung von Mezzolombardo. Der Ort wurde in dieser Epoche zu einem wichtigen Kreuzungspunkt des Handels, wie auch sein Ortsbild bezeugt.

Die lokale Wirtschaft der Piana Rotaliana erlebte einen starken Auftrieb, dank der Seidenraupenzucht und der damit auf das ganze Gebiet verteilten Seidenspinnereien. Die Seidenraupenzucht boomte vor dem Weinbau und bildete damals die wirtschaftliche Stütze des Gebietes. Don Giuseppe Grazioli (Lavis 1808 – Villa Agnedo 1891), gelang es, in einer schweren Krise dieser Aufzucht, das Schicksal vom Trentino zum Guten zu wenden, indem er gesunde Seidenraupen einführte und damit die Wirtschaft des gesamten Gebietes rettete.

Die darauf folgende Ausdehnung des Weinanbaus, der zum primären Wirtschaftszweig der Piana Rotaliana wurde, hat, zusammen mit anderen Faktoren, zum „Untergang“ der Seidenraupenindustrie beigetragen.  

Auslöser bei der Entwicklung des Weinanbaus war 1874 die Gründung des Landwirtschaftsinstituts von San Michele all’Adige. Mit seiner Gründung wurde der Agronom Edmund Mach (Bergamo 1846 – Wien 1901) beauftragt. Das Institut – es gibt nur drei andere ähnliche Einrichtungen in Europa – hatte die Aufgabe, alle Bereiche der Trentiner Landwirtschaft wieder hochzubringen, mit der Zielsetzung einer kontinuierlichen Verbesserung. Und dieses angestrebte Ziel wurde in unserer Zeit erreicht. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird der „Teroldego” zum typischen Cultivar der Piana Rotaliana.

Eines der grundlegenden Ereignisse des 19. Jahrhunderts war 1859 die Schaffung der Brenner-Bahnlinie. Die Piana Rotaliana erfuhr eine radikale Änderung und dies traf auch auf das Leben ihrer Bevölkerung zu. Aus der beschaulichen Gegend für eine Rast oder einen Aufenthalt wurde auch ein Ort für den Transitverkehr.