Das Mittelalter

Während des Mittelalters regierten im Gebiet Piana Rotaliana eine Reihe von Fremdherrschaften

Während des Mittelalters regierten im Gebiet Piana Rotaliana eine Reihe von Fremdherrschaften: Zuerst das gotische Reich, dann die Langobarden - die Letztgenannten gründeten in Trento eines ihrer Herzogtümer -. Ihnen folgten die Franken, mit ihren zahlreichen Einfällen. Einer dieser Einfälle fand 577 im „campo Rotaliani” statt, d. h. im heutigen Gebiet Piana Rotaliana. Im Jahr 952 wurde die Region Trentino, nach ihrer Auflösung, Bayern angegliedert, und gehörte damit zum germanischen Reich. Mit der Ära des neuen Jahrtausends nahm hier, in diesem Gebiet, das Fürstbistum von Trient seinen Anfang, das bis 1803 andauerte. 

Gegen Ende des 13. Jh. führte die Besetzung vieler der dem Fürstbistum angehörenden Gebiete, durch Meinhard, Graf von Tirol, zur Gründung der Tiroler Gerichtsbarkeit von Mezzocorana und Königsberg-Montereale. Mezzolombardo und seine Umgebung blieben hingegen Verbündete der Stadt Trient, d. h. ihrer damaligen „Prätur”. Diese politische Trennung blieb über Jahrhunderte erhalten und schuf gewaltige Unterschiede zwischen diesen beiden Zentren.

Was die religiöse Verwaltung betraf, war das Gebiet Rotaliana in zwei Sprengel aufgeteilt: Mezzocorona und Giovo (Ortschaft im benachbarten Valle di Cembra, deren Pfarrei sich bis ins Gebiet Lavis ausdehnte). Nur in den Kirchen dieser Orte gab es Taufbecken, das Tabernakel, in dem die konsekrierten Hostien aufbewahrt wurden, sowie einen Friedhof. Die anderen Orte verfügten hingegen nur über kleine geweihte, als Kapellen bezeichnete, Strukturen. Im Laufe der Zeit vollzogen sich Abtrennungen, die zur Bildung von den noch heute existierenden Pfarreien führten.

Spuren der im späten Mittelalter erfolgten germanischen Kolonialisierung sind noch in der typischen Verteilung der Gehöfte (sie liegen zerstreut) in den Ortschaften Faedo, Nave San Rocco, Pressano und Sorni erkennbar. Widerhall dieser Kolonialisierung sind die zahlreichen Burgen in diesem Gebiet, die zur Überwachung der Nord-Süd-Achse dienten, wie z. B. Castel San Gottardo in Mezzocorona, das sich im horizontalen Spalt des Felsens befindet, und Schloss Königsberg in Faedo.