Das Schloss „della Torre“ und die Kapelle „Santa Apollonia“

Schlosskomplex und Kapelle

Mezzolombardo

Dieses wunderschöne Beispiel eines befestigten Schlosses, Mittelpunkt des Adels von Mezzolombardo, versetzt den Besucher in die Epoche zurück, als die Piana Rotaliana noch Knotenpunkt von Kulturen, Machthabern und Kunst war, denn hier, in diesem Schloss hatte einer der Fürstbischöfe von Trient seinen Wohnsitz. Zuerst als „Castello di Mezo San Pietro” und später als „Castello della Torre“ bezeichnet, es verlieh der Ortschaft „Mezzolombardo“ ihren Namen.

SCHLOSS DELLA TORRE

Das Schloss „della Torre” befindet sich in einer für die Geschichte des Marktfleckens äußerst wichtigen Lage, nämlich auf einem Felsvorsprung zwischen dem alten Ortsteil „Piaz“ und den Felsstufen von „Travaiòn“. Der heutige Schlosskomplex ist das Ergebnis von Wiederaufbauphasen, Erweiterungs- und Restaurierungsarbeiten. Deshalb sind die architektonischen Elemente sehr unterschiedlich und stammen aus dem 16. Jh., dem Barock und dem 18. Jh. mit darauf folgenden Überlagerungen. Dieses Schloss wird als eigentlicher Nachfolger der älteren Burg „Mezo S . Pietro” angesehen, die sich, so wird jedenfalls vermutet, auf der „Toresela-Höhe“ erhob. Die ersten historischen Erwähnungen gehen auf das Jahr 1541 zurück, d. h. auf das Jahr, als Fürstbischof Cristoforo Madruzzo die als „Torre“ bezeichnete Gegend auf dem „Dosso-Hügel von St. Apollonia”, zum Lehen ernannte und Sigmund Spaur zum Lehnsmann. Der älteste Burgteil besteht aus dem großen Turm, der auf die ersten Jahre des 15. Jh. zurückgeht und im 16. Jh. in den freiherrlichen Palast eingefügt und durch zwei weitere, als Verzierung dienende Türme ergänzt wurde. Die Fassade „àla Spaur“ veränderte den vorher bestehenden Baukomplex und wurde auch nach dem Tod von Sigmund, im Jahr 1544, von der Familie beibehalten. Geschichtlich bemerkenswert ist, dass in diesen Mauern 1638 Giovanni Michele Spaur, Fürstbischof von Trient von 1695 bis 1725, das Licht der Welt erblickte. Die Spaur bewohnten das Schloss „della Torre“ bis Mitte des 19. Jh., d. h. bis zum Zeitpunkt, als die Erbmasse an den Grafen Eugen Welsperg überging. In späteren Jahren wurde das Schloss an die Sparkasse „Trento und Rovereto” veräußert und 1940 erwarb es schließlich Rinaldo Tamanini. Die von einer Mauer komplett umgebene Schlossanlage umfasst landwirtschaftliche Terrassierungen, die Kapelle „St. Apollonia“ und zwei Wohntrakte: Eine Art Bauernhaus im unteren Hof und die Adelsresidenz mit ihrem Eckturm, sowie das Turmhaus und den großen Turm im oberen Hof. Heute blieben in den 64 Gemächern nur einige der Gemälde einer reichen Sammlung erhalten, die diese Wände einstmals schmückten. 

KAPELLE ST. APOLLONIA

Die aus dem 16. Jh. stammende Kapelle „St. Apollonia” besitzt eine rote Kalksteinfassade mit einem Giebeldach und in der Mitte angeordneten Fensterrosen. Über dem Portal befindet sich – stets aus der Renaissance - eine aus Lochstein und in Kreuzform gefertigte Fensterrose. Und dieses Motiv wiederholt sich auch an der Wand der Altarnische. Im Giebelfeld gibt es ein offenes Spitzbogenfenster. Weitere vier Spitzbogenfenster erhellen die Seitenkapellen. Die Apsis bzw. die Altarnische entstand auf der unterhalb vom Weinberg gelegenen Fläche. Zwei große gotische Dreipassfenster spenden ihr Licht. Neun aus der Wand herausragende Steinkonsolen lassen darauf schließen, dass die Kapelle früher von einer Art Balkon umgeben war. Im Kircheninneren befinden sich zwei Barockaltäre aus Mehrfarbenmarmor: Der erste füllt die Altarnische aus und an den beiden Seiten des in der Mitte angeordneten Altarkreuzes erheben sich die Statuen der zwei Heiligen „Apollonia“ und „Franz von Assisi“. Der zweite Altar ist in der Seitenkapelle auf der Nordseite untergebracht und stellt den Heiligen Johannes von Nepomuk dar, den Schutzheiligen von Böhmen. Dieser zweite Altar wurde 1731 im Auftrag der Familie Spaur errichtet, wie auch aus den beiden Inschriften am Sockel und auf dem Schild oberhalb der Statue hervorgeht. In der Seitenkapelle auf der Südseite wird hingegen ein Gemälde aus dem 17. Jh. mit Marmorrahmen aufbewahrt, das die Madonna mit dem Jesuskind und Heiligenfiguren zum Motiv hat. Hinter dem Hauptaltar führt eine Falltür zur unterirdischen Krypta der Kapelle.

Weitere interessante Tipps

Öffnungen: Privatbesitz und deshalb nur bei besonderen Anlässen zur Besichtigung freigegeben.