Palazzo Firmian

Die Fresken von Paul Troger

Mezzocorona

Die vom österreichischen Kunstmaler Paul Troger geschaffenen Fresken sind echte Meisterwerke des Spätbarocks, mit absoluten Highlights im Palazzo Firmian in Mezzocorona, in dem sich Mythologie und Kunst vereinen, um das Geschlecht der Firmian in die obersten Ränge zu erheben. 

PALAZZO FIRMIAN UND DIE FRESKEN VON PAUL TROGER

Der Palazzo Firmian war schon im Mittelalter der Sitz der Rechtssprechung von Mezzocorona. Nach dem Erwerb, im Jahr 1985, durch die Gemeinde begannen die Restaurierungsarbeiten, die die herrlichen, im Palazzo vorhandenen Fresken ans Tageslicht brachten. Die schon bestehende Vermutung, dass die in der zweiten Etage befindlichen Kunstwerke von Paul Troger (1698-1762) stammen, einem der führenden Vertreter des österreichischen Barocks, fand seine Bestätigung darin, dass Troger eines seiner Werke signierte. Die Freskomalereien von Mezzocorona werden der ersten Periode seiner Tätigkeit als Künstler zugeordnet (gegen Ende der ersten zwanzig Jahre des Jahrhunderts) und sind eine Bestätigung, dass der Maler schon damals direkten Kontakt mit der venezianischen Malerei aufgenommen hatte. Eine überaus kostbare Entdeckung, denn sie bezeugt das hohe kulturelle und künstlerische Niveau, das sich die Adeligen aus diesem Gebiet angeeignet hatten, insbesondere das Geschlecht der Firmian. Die Familienmitglieder waren offensichtlich Mäzene und förderten die Fortbildung von viel versprechenden Künstlern.
Der Freskenzyklus ist folgerichtig und eindeutig mit der prestigeträchtigen Rolle der Familie Firmian und der Figur als solches von Francesco Alfonso verbunden: Die Verherrlichung dieses Geschlechts nimmt den Mittelpunkt ein und wird mit verschiedenen Bildern präsentiert, die mythologische Motive vorweisen (die Vergöttlichung der Familie Firmian auf dem Olymp; der Triumph der Liebe über das Schicksal und den Tod; Bellerofont besiegt im Sattel von Pegasus den Drachen „Chimera“; Herkules schleudert Blitze auf die Vögel vom Stinfalidi-See; Erzengel Michael besiegt den Drachen). Die Ikonografie dieses Künstlers ist das Ergebnis eines Image des Adelsgeschlechts, das seine Tugenden und seine Werte figurativ unterstreichen sollten.
Erwähnenswert sind auch die wertvollen Elemente des Bauwerks, u. a. die Wandtäfelung der Zimmer im 1. Stock aus Zirbelholz, die aus dem 17. Jh. stammenden offenen Kamine und die flämischen Wandteppiche, die Kachelöfen aus dem 17. und 18. Jh., das Altarbild von Troger mit der Anbetung der Heiligen Drei Könige in der Kapelle.

Weitere interessante Tipps

Besichtigung während der Bürozeiten (Comune di Mezzocorona) und nach Voranmeldung bei der Bibliothek unter der Tel.-Nr. +39 0461 608182

Bibliographie: Bruno Passamani (a cura di) Paul Troger 1698 – 1762. Novità e revisioni, Comune di Mezzocorona, 1997