Die Neuzeit: das 16. und 17. Jahrhundert

Die Firmian in Mezzocorona, die Spaur in Mezzolombardo und Nave San Rocco, die Thun im Schloss Königsberg/Montereale bei Faedo, waren einige der prestigeträchtigen Familien dieser Gegend, die Urheber der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung der Piana Rotaliana im 16. Jahrhundert.

Zu den zahlreichen Prominenten, die bei ihren Reisen in diesem Gebiet eine Rast einlegten, gehört sicherlich Kaiser Maximilian I., der1516 inSan Michele all’Adige im Augustinerkloster als Gast weilte. Daran erinnert noch heute, das ihm zu Ehren gemalte Schachbrett im Innenbereich des Klosters.

Während derselben Epoche (1525) hatten sich die weniger wohlhabenden Bevölkerungsschichten mobilisiert. Es entbrannte der so genannte „Bauernaufstand”, der zwar in deutschen Landen seinen Anfang nahm, aber bis hierher vorgedrungen war und insbesondere Mezzocorona sowie Mezzolombardo einbezog.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) trugen zum neuerlichen Aufschwung des Gebietes im Wesentlichen die Kongregationen bei: Die Franziskanermönche errichteten in Mezzolombardo ihr Kloster (1661), während die Augustinermönche sich für den Wiederaufbau der Barockkirche ihres Klosters in San Michele all’Adige einsetzten. Der Fürstbischof von Trient, Giovanni Michele Graf Spaur – sein Geburtsort war übrigens Mezzolombardo -, weihte 1698 die Kirche.

Zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert erlebten etliche Ortschaften einen bedeutenden Boom im Bauwesen, wie die Umbau- und Renovierungsarbeiten an den Gebäuden bezeugen. Einige wurden im Innenbereich dekoriert, wie z. B. das Pfarrhaus und das Palais Firmian in Mezzocorona: Im Letztgenannten war der berühmte österreichische Kunstmaler Paul Troger (Welsperg – Pustertal 1698 – Wien 1762) tätig.

Im 18. Jahrhundert, zur Zeit der Erbfolgekriege und des Feldzugs von Napoleon sprangen die lokalen Schützen zur Verteidigung ihres Heimatbodens in die Bresche, die in jedem Ort vertreten waren: Kriegsschauplätze waren insbesondere Lavis (September 1796 und Februar 1797) sowie Faedo (27. und 28. September 1796).

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bewirkten die militärischen Umstürze den häufigen Herrschaftswechsel und 1803  endete auch die Epoche des Fürstbistums von Trient.  

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